Ungarn überprüft Kamionstop und Transitregeln – was Frächter jetzt wissen müssen
Condividi
Stand: 19. Oktober 2026. Ungarn stellt die Regeln für den schweren Güterverkehr auf den Prüfstand. Mit dem Regierungsbeschluss 1336/2026 vom 14. Oktober 2026 (Magyar Közlöny Nr. 153) sollen bis 30. November 2026 Vorschläge zum Wochenend- und Feiertagsfahrverbot („Kamionstop“), zum Transitstraßennetz und zu strengeren Mautkontrollen vorliegen. Für Speditionen und Fuhrparks mit Ungarn-, Rumänien- oder Bulgarien-Verkehr über die burgenländischen Grenzübergänge heißt das: Die geltenden Regeln bleiben vorerst unverändert – Änderungen ab Dezember sind aber möglich.
Was die ungarische Regierung beschlossen hat
Der Beschluss bestätigt ein Maßnahmenpaket, das Verkehrsminister Dávid Vitézy am 9. Oktober 2026 nach Gesprächen mit den Branchenverbänden angekündigt hat. Er umfasst drei Prüfaufträge mit der gemeinsamen Frist 30. November 2026:
- Kamionstop: Die Verordnung 190/2008 (VII. 29.) Korm. rendelet über die Verkehrsbeschränkung schwerer Lkw wird überprüft, eine Änderung soll vorbereitet werden. Konkrete neue Zeiten oder Ausnahmen sind noch nicht bekannt.
- Transitstraßen und Gewichtsbeschränkungen: Geprüft werden die Regeln für Transitrouten und für Straßenabschnitte mit Gewichtsbeschränkung sowie eine mögliche Erweiterung des Transitstraßennetzes – laut Beschluss mit Vorrang für den Schutz der Bevölkerung.
- Straßen- und Mautkontrollen: Organisation, Personal, Technik und IT der Kontrollbehörden werden überprüft. Ziel ist eine wirksamere Kontrolle und Mauteintreibung.
Zusätzlich hat das Parlament eine Rückerstattung von 25 Forint je Liter Diesel-Verbrauchsteuer für Lkw über 7,5 t und Busse bis 31. Dezember 2026 beschlossen. Die Details der Abwicklung sollen noch veröffentlicht werden; ob und wie ausländische Unternehmen davon profitieren, ist derzeit offen.
Was heute gilt: Kamionstop in Ungarn
Bis zu einer Neuregelung gilt der bestehende Kamionstop: Lkw und Fahrzeugkombinationen mit einer höchstzulässigen Gesamtmasse über 7,5 t dürfen an Wochenenden von Samstag 22:00 bis Sonntag 22:00 Uhr und an Feiertagen vom Vortag 22:00 bis zum Feiertag 22:00 Uhr nicht fahren – auf Autobahnen ebenso wie auf dem übrigen Straßennetz. Es gibt Ausnahmen, etwa für bestimmte verderbliche Güter oder den kombinierten Verkehr; sie sollten vor jeder Fahrt anhand der aktuellen Verordnung geprüft werden.
Fahrverbotskalender 22. bis 26. Oktober 2026
In den kommenden Tagen treffen ungarischer Staatsfeiertag, Wochenende und österreichischer Nationalfeiertag aufeinander. Für die Route A4/M1 (Nickelsdorf–Hegyeshalom) und Klingenbach–Sopron ergibt sich ein langes Sperrfenster:
- Ungarn: Do 22.10., 22:00 bis Fr 23.10., 22:00 Uhr (Staatsfeiertag), danach Sa 24.10., 22:00 bis So 25.10., 22:00 Uhr – Lkw über 7,5 t.
- Österreich: Wochenendfahrverbot Sa 24.10., 15:00–24:00 Uhr und So 25.10., 0:00–22:00 Uhr; Feiertagsfahrverbot am Nationalfeiertag Mo 26.10., 0:00–22:00 Uhr – für Lkw, Sattelkraftfahrzeuge über 7,5 t sowie Lkw mit Anhänger, wenn Lkw oder Anhänger über 3,5 t liegt (§ 42 StVO).
- Allerheiligen fällt heuer auf Sonntag, 1. November – hier gelten ohnehin die Sonntagsfahrverbote.
Was das für Transit und Fuhrparks bedeutet
- Touren jetzt planen: Wer zwischen 22. und 26. Oktober über Nickelsdorf oder Klingenbach fährt, sollte Ladezeiten und Ruhezeiten so legen, dass die Sperrfenster in beiden Ländern abgedeckt sind. Parkplätze im Grenzraum sind an solchen Tagen knapp.
- Mautkontrollen ernst nehmen: Ungarn kündigt mehr Kontrollpersonal und eine bessere Abstimmung der Behörden an. Korrekte HU-GO-Kategorie, richtige Achszahl und ein aufgeladenes Guthaben bzw. eine funktionierende Bordeinheit sind die einfachste Absicherung.
- Änderungen ab Dezember beobachten: Ob der Kamionstop gelockert, verschärft oder das Transitnetz erweitert wird, entscheidet sich frühestens nach dem 30. November. Disponenten sollten Routenplanungen für den Winter nicht auf Annahmen stützen.
- Dokumente und Kennzeichnung prüfen: Wer ohnehin Touren neu plant, sollte gleich die Fahrzeugkennzeichnung für die ganze Route kontrollieren – etwa die Umweltplakette für Lkw in Österreich, die in den österreichischen IG-L-Umweltzonen Pflicht ist.
Einordnung
Die ungarischen Verbände MKFE, NiT Hungary und MFFE begrüßen den Dialog, halten die bisherigen Schritte aber für unzureichend und fordern weitere Entlastungen. Eine Gesamtbewertung ist für Anfang Dezember angekündigt. Bis dahin ändert sich an den Fahrverboten nichts – wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald konkrete Neuregelungen veröffentlicht werden.
Compliance für die ganze Route – aus einer Hand
Ob Österreich, Deutschland oder Frankreich: Auf umwelt-plakette.at bestellen Sie die passenden Kennzeichnungen für Ihre Fahrzeuge online – die österreichische Abgaskennzeichnungsplakette (AKKP), die deutsche Feinstaubplakette, Angles-Morts-Aufkleber für Frankreich und den grünen L-Aufkleber für lärmarme Kfz. An unseren 5 Grenzstationen – Kittsee (A6), Nickelsdorf Einreise und Nickelsdorf Ausreise (A4), Klingenbach und Thörl-Maglern (A2) – holen Sie Online-Bestellungen per Click & Collect ab und erhalten Vignetten für Ungarn, Rumänien und Bulgarien direkt vor Ort. Antworten auf häufige Fragen finden Sie in unseren FAQ zur Umweltplakette Österreich.
Quellen
- NiT Hungary: Regierungsbeschluss 1336/2026 (X. 14.) zur Wettbewerbsfähigkeit des Straßengüterverkehrs, 15.10.2026 – nit.hu
- Portfolio.hu: „Változhatnak a kamionstop szabályai“, 14.10.2026 – portfolio.hu
- Magyar Nemzet: Reaktionen der Frächterverbände auf das Regierungspaket, 10.10.2026 – magyarnemzet.hu
- trans.info: Lkw-Fahrverbote Oktober/November 2026 – trans.info