Neues Lkw-Mautsystem in der Slowakei ab 1. Januar 2027: Was Fuhrparks jetzt vorbereiten müssen
Megosztás
Die Slowakei stellt ihr elektronisches Mautsystem für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zum 1. Januar 2027 um. Tarife und mautpflichtiges Streckennetz bleiben gleich – trotzdem müssen viele Transportunternehmen ihre Fahrzeuge neu registrieren und jedes Fahrzeug mit einer neuen On-Board-Unit (OBU) ausstatten. Wer regelmäßig über Kittsee (A6) Richtung Bratislava, Polen oder Tschechien fährt, sollte die Termine jetzt in die Fuhrparkplanung aufnehmen.
Was sich ändert – und was nicht
Ab 1. Januar 2027 übernimmt die staatliche Autobahngesellschaft Národná diaľničná spoločnosť (NDS) das neue elektronische Mautsystem in eigener Verantwortung. Als neuer inländischer Mautdienstleister für das Vorauszahlungsmodell tritt CzechToll an; daneben bleiben die europäischen EETS-Anbieter zugelassen. Das bisherige System, das Kunden heute über SkyToll nutzen, endet mit 31. Dezember 2026.
Unverändert bleiben laut NDS und CzechToll:
- die satellitengestützte Erfassung über eine OBU,
- die Berechnungsmethode und die Mautsätze,
- das Netz der mautpflichtigen Abschnitte (Autobahnen, Schnellstraßen und ausgewählte Straßen I. Klasse),
- die mautpflichtigen Fahrzeugkategorien (Kfz über 3,5 t höchstzulässiges Gesamtgewicht).
Für Fahrzeuge bis 3,5 t gilt weiterhin die elektronische Vignette; die OBU-Umstellung betrifft sie nach den bisher veröffentlichten Informationen nicht.
Wer betroffen ist
Kunden des bisherigen nationalen Systems (SkyToll): Sie müssen ihre Fahrzeuge neu registrieren, einen neuen Vertrag abschließen und für jedes Fahrzeug eine neue OBU übernehmen. Das bisherige Gerät funktioniert im neuen System nicht und ist zurückzugeben; der alte Vertrag ist zu beenden und offene Forderungen sind bis Jahresende zu begleichen.
Kunden mit nachträglicher Zahlung (Post-Pay): Dieses Modell wird laut NDS-Entscheidung mit 31. Dezember 2026 eingestellt. Wer bisher im Nachhinein abgerechnet hat, wechselt entweder in das Vorauszahlungsmodell bei CzechToll oder zu einem EETS-Anbieter.
EETS-Kunden (derzeit u. a. Eurowag/W.A.G. Payment Solutions, Telepass, Toll4Europe): Für sie ändert sich nach Angaben der NDS nichts – die vorhandene Box kann weiter genutzt werden.
Die wichtigsten Termine
- seit 1. Oktober 2026: Hotline des neuen Mautdienstleisters CzechToll: +421 222 122 444
- ab 24. November 2026: detaillierte Praxisinformationen (Dokumente, Zahlungswege) auf emyto.sk
- ab 1. Dezember 2026: Registrierung online in der neuen Kundenzone „Moje mýto“ oder an ausgewählten Kundenstellen; die neue OBU kann bei der Registrierung abgeholt werden
- 31. Dezember 2026: Ende des bisherigen Systems und des Post-Pay-Modells
- ab 1. Januar 2027: Mauterhebung nur noch im neuen System; neue OBUs dürfen erst ab diesem Tag verwendet werden, das volle Netz der Kundenstellen steht zur Verfügung
Auf einem Mautkonto lassen sich einzelne Fahrzeuge oder eine ganze Flotte führen; bei Bedarf können mehrere Konten angelegt werden, etwa für getrennte Kostenstellen.
Was das für Transit und Fuhrparks bedeutet
Das Zeitfenster ist knapp: Zwischen Registrierungsstart und Umstellung liegt genau ein Monat – und der fällt in die Weihnachtszeit mit Feiertagsfahrverboten und Personalurlaub. Für Fuhrparks mit Slowakei-Verkehr empfiehlt sich deshalb:
- Bestand prüfen: Welche Fahrzeuge fahren heute mit SkyToll-OBU, welche über einen EETS-Anbieter?
- Zahlungsmodell entscheiden: Vorauszahlung bei CzechToll oder EETS-Box, die mehrere Länder mit einem Vertrag und einer Rechnung abdeckt. Wer ohnehin in Österreich, Ungarn, Tschechien oder Polen unterwegs ist, sollte einen EETS-Vertrag zumindest prüfen.
- Termin für 1. Dezember einplanen: Dokumente laut emyto.sk ab 24. November vorbereiten, Registrierung früh im Dezember erledigen.
- Logistik der OBU-Übergabe klären: Neue Geräte müssen ab 1. Jänner im Fahrzeug sein, alte Geräte müssen zurück. Fahrzeuge, die über den Jahreswechsel unterwegs sind, brauchen eine Lösung.
- Fahrer informieren: Ab 1. Jänner 2027 gilt im Zweifel: ohne neue, registrierte OBU keine Fahrt auf mautpflichtigen slowakischen Strecken.
Die Umstellung reiht sich in eine Serie von Mautänderungen in der Region ein: Rumänien hat zum 1. Oktober 2026 auf eine kilometerabhängige Lkw-Maut umgestellt (siehe unseren Beitrag zu TollRo), Bulgarien plant eine CO₂-Komponente. Für internationale Speditionen lohnt sich ein Blick auf die gesamte Route statt auf einzelne Länder.
Compliance für die ganze Route – aus einer Hand
Die slowakische OBU erhalten Sie direkt bei CzechToll oder Ihrem EETS-Anbieter. Für alles andere, was Ihre Fahrzeuge auf der Strecke durch Europa brauchen, sind wir Ihr fester Ansprechpartner: die österreichische Abgaskennzeichnungsplakette (AKKP), die deutsche Feinstaubplakette, Angles-Morts-Aufkleber für Frankreich und den grünen L-Aufkleber für lärmarme Lkw – online bestellt auf umwelt-plakette.at oder per Click & Collect an unseren 5 Grenzstationen Kittsee (A6), Nickelsdorf Einreise und Ausreise (A4), Klingenbach und Thörl-Maglern (A2), wo es auch Vignetten für die Nachbarländer gibt. Antworten auf häufige Fragen zur österreichischen Umweltplakette finden Sie in unseren FAQ.
Stand: 12.10.2026. Quellen: Národná diaľničná spoločnosť / TASR (teraz.sk, 01.10.2026), CzechToll-Informationskampagne (systemylogistiky.sk, 07.10.2026), mytobezhranic.sk (Informationsportal zum neuen Mautsystem), WKO – Lkw-Maut Slowakei, emyto.sk. Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die Informationen der NDS auf emyto.sk.