Vignette 2027: Nur noch digital und 108,90 € – was Fuhrparks jetzt wissen müssen

Stand: 26. Oktober 2026 – Quellen am Ende des Artikels.

Die ASFINAG hat am 25. Oktober 2026 die Eckdaten für das Vignettenjahr 2027 bestätigt: Die Jahresvignette für Fahrzeuge bis 3,5 t kostet ab 1. Jänner 2027 108,90 Euro (bisher 106,80 Euro, +2 %). Gleichzeitig endet eine Ära: Ab 1. Dezember 2026 werden keine Klebevignetten mehr verkauft, ab 1. Februar 2027 gilt auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ausschließlich die Digitale Vignette. Für Fuhrparks mit Pkw, Transportern und Servicefahrzeugen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Umstieg zu planen.

Die wichtigsten Termine im Überblick

  • Anfang November 2026: Verkaufsstart der Digitalen Vignette 2027. Ab dann gekaufte Jahresvignetten gelten ab 1. Dezember 2026.
  • Bis 31. Dezember 2026: Wer die Jahresvignette 2027 in diesem Zeitraum kauft, zahlt laut ASFINAG noch den bisherigen Preis von 106,80 Euro – das gilt auch für Abo-Kunden.
  • Ab 1. Dezember 2026: Keine Klebevignetten mehr im Verkauf.
  • Ab 1. Jänner 2027: Neuer Tarif, Jahresvignette 108,90 Euro.
  • 31. Jänner 2027: Letzter Gültigkeitstag der Jahresvignette 2026 – auch der Klebevignette.
  • Ab 1. Februar 2027: Auf dem gesamten vignettenpflichtigen Netz gilt nur noch die Digitale Vignette.

Alle bekannten Vignettenprodukte (Jahres-, 2-Monats-, 10-Tages- und 1-Tages-Vignette) bleiben laut ASFINAG erhalten. Die Preisanpassung liegt bewusst unter der aktuellen Inflation. Laut Aussendung sind bereits mehr als drei Viertel aller Jahresvignetten digital.

So funktioniert die Digitale Vignette

Die Digitale Vignette ist nicht an die Windschutzscheibe, sondern an das Kennzeichen gebunden. Kleben und Abkratzen entfallen, nach einem Scheibenbruch muss keine neue Vignette gekauft werden. Laut oesterreich.gv.at gelten außerdem folgende Regeln:

  • Wechselkennzeichen: Eine Digitale Vignette deckt bis zu drei Fahrzeuge mit demselben Wechselkennzeichen ab.
  • Umregistrierung: Eine digitale Jahresvignette kann einmalig gegen 18 Euro Aufwandsersatz auf ein anderes Kennzeichen umgeschrieben werden, sofern der Zulassungsbesitzer gleich bleibt.
  • Kennzeichen korrekt angeben: Ein Tippfehler beim Kauf ist kein Kavaliersdelikt – falsche Angaben gelten als Verwaltungsübertretung.
  • 18-Tage-Regel beim Online-Kauf: Jahres- und 2-Monats-Vignetten, die online (Mautshop, App) gekauft werden, gelten aus verbraucherrechtlichen Gründen frühestens 18 Tage nach dem Kauf. Bei einer Verkaufsstelle gekaufte Vignetten können sofort gültig sein; 1- und 10-Tages-Vignetten sind auch online sofort gültig erhältlich.

Wer ohne gültige Vignette unterwegs ist, muss mit einer Ersatzmaut rechnen; wird diese nicht bezahlt, drohen Verwaltungsstrafen von 300 bis 3.000 Euro.

Was das für Transit und Fuhrparks bedeutet

Die Vignettenpflicht betrifft Kraftfahrzeuge bis 3,5 t höchstzulässigem Gesamtgewicht. Für Lkw und Busse über 3,5 t gilt unverändert die fahrleistungsabhängige GO-Maut – an ihr ändert die Umstellung nichts. In gemischten Flotten betrifft das Thema dennoch viele Fahrzeuge: Transporter, Servicewagen, Pool- und Außendienstfahrzeuge sowie Begleitfahrzeuge.

Praktische Punkte für Disponenten und Fuhrparkleiter:

  1. Kennzeichenliste prüfen: Da die Vignette am Kennzeichen hängt, lohnt ein Abgleich der aktuellen Zulassungsdaten. Fahrzeuge, die bald ausgetauscht oder umgemeldet werden, gezielt planen.
  2. Früh kaufen spart Geld: Wer die Jahresvignetten 2027 bis 31. Dezember 2026 besorgt, zahlt noch 106,80 Euro je Fahrzeug. Bei 20 Fahrzeugen ergibt das eine Ersparnis von 42 Euro – überschaubar, aber ohne Aufwand.
  3. 18-Tage-Frist einplanen: Für kurzfristig benötigte Fahrzeuge ist der Online-Kauf einer Jahresvignette ungeeignet. Hier hilft der Kauf an einer Verkaufsstelle mit sofortiger Gültigkeit.
  4. Ausländische Fahrzeuge: Auch Transporter mit polnischen, ungarischen oder slowakischen Kennzeichen brauchen in Österreich eine Vignette. Fahrer sollten wissen, dass es ab Februar 2027 keine Klebevignette mehr zur Kontrolle gibt – entscheidend ist allein der korrekte Kennzeicheneintrag.
  5. Übergangszeit nutzen: Eine geklebte Jahresvignette 2026 bleibt bis 31. Jänner 2027 gültig. Ein vorzeitiger Wechsel ist nicht nötig, die Folgevignette sollte aber rechtzeitig digital gekauft werden.

Auch alpenquerende Abschnitte (z. B. A13 Brenner, A10 Tauern, A11 Karawanken) bleiben wie bisher mit eigener Streckenmaut belegt.

Abgrenzung: Vignette ist nicht gleich Umweltplakette

Die Digitale Vignette ersetzt keine anderen Kennzeichnungen. Für Nutzfahrzeuge in österreichischen Umweltzonen ist weiterhin die Abgasklassen-Kennzeichnungsplakette (AKKP) erforderlich – sie wird nach wie vor an der Windschutzscheibe angebracht. Welche Fahrzeuge betroffen sind und wie die Bestellung abläuft, beantworten wir ausführlich in unseren FAQ zur Umweltplakette Österreich.

Compliance für die ganze Route – aus einer Hand

umwelt-plakette.at ist die Anlaufstelle für Fahrzeugkennzeichnungen im europäischen Straßenverkehr: die österreichische Umweltplakette (AKKP) für Lkw und Nutzfahrzeuge, die deutsche Feinstaubplakette, Angles-Morts-Aufkleber für Frankreich und den grünen L-Aufkleber für lärmarme Kfz in Österreich. Vignetten erhalten Sie direkt an unseren 5 Grenzstationen Kittsee (A6), Nickelsdorf Einreise und Ausreise (A4), Klingenbach und Thörl-Maglern (A2) – sofort gültig, ohne 18-Tage-Wartefrist wie beim Online-Kauf; in Nickelsdorf Ausreise zusätzlich die Vignetten für Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Online bestellte Plaketten können Sie dort per Click & Collect direkt bei der Einreise abholen – persönlich beraten von unserem Team.

Quellen

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